Soziale Stadt - Handlungsfeld Wohnen -
Das Programmgebiet "Soziale Stadt" Kinderhaus-Brüningheide umfasst acht Handlungsfelder, wobei das erste Handlungsfeld Wohnen dem Amt für Wohnungswesen zugeordnet ist. Die daraus resultierenden acht Einzelprojekte sind unterschiedlich ausgerichtet und sollen in den Jahren 2007 – 2010 umgesetzt werden.
Die folgenden Erläuterungen sollen Inhalt und Stand der Projekte wiedergeben:
- 1.01 Energetische Gebäudesanierung
Alle in dem Programmgebiet befindlichen Mietwohnungsgebäude wurden in den 70er Jahren erstellt. und nur teilweise modernisiert. Am Beispiel der Sprickmannstr. 37 wurde ein Gebäudegutachten über die Möglichkeiten einer energetischen Gebäudesanierung erarbeitet und am 12.12.2007 präsentiert. Vier unterschiedliche Maßnahmenkonzepte wurden von der Architektin Petra Müller (Planungsbüro bau.RAUM) vorgestellt.
In 2008 soll mit der Umsetzung des Gutachtens an einem Wohnblock begonnen werden. Langfristig soll der gesamte sanierungsbedürftige Gebäudebestand von der Studie profitieren. Alle Eigentümer werden somit aufgefordert, die sanierungsbedürftigen Gebäude energetisch zu optimieren. - 1.02 Marktanpassung des Wohnungsbestandes
In 2008 werden in der Handlungsfeldkonferenz Wohnen, in der die Wohnungsunternehmen mit Wohnungsbestand in Kinderhaus-Brüningheide vertreten sind, die aktuellen Bedarfe an Wohnungsgrößen und –zuschnitte überprüft. Grund ist der verstärkte Bedarf an kleineren Wohnungen. Ggfls. ist in einem Modellprojekt eine marktangepasste Mischung von Wohnungen zu erreichen.
Darüber hinaus soll ein Handbuch "Flexibler Umgang mit Wohnungen" im Hinblick auf die Zusammenlegung von Wohnungen, Nutzung von Mehrzweckräumen oder Angliederung von Jugendwohnen in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen erstellt werden. Kosten, Finanzierungen und ggf. Fördermöglichkeiten sollen beschrieben werden und insbesondere den Wohnungsunternehmen zur Information dienen. - 1.03 Wohnzukunft für ältere und behinderte Menschen
Aufgrund des zunehmenden Anteils älterer Menschen im Rahmen des demographischen Wandels stellt sich auch für alle Mietwohnungsobjekte des Quartiers die Frage nach passenden Wohnungszuschnitten und barrierefreier und altengerechter Gestaltung. Im Rahmen einer Vorstudie sollen in 2008 die Kosten zur barrierefreien Erreichbarkeit der Wohnungen eines Wohnblocks oder Wohnungseinganges ermittelt werden. Ebenso sollen Neubau- oder Umbauprojekte von Altenwohnanlagen, Serviceeinrichtungen, Tageseinrichtungen, einzelne Pflegeplätze in Kombination mit Dienstleistungen für Ältere unter Einbeziehung von z. B. Wohlfahrtsverbänden gefördert bzw. unterstützt werden. - 1.04 Weiterentwicklung der Kooperationsvereinbarung
Die im Februar 2005 geschlossene und weiter entwickelte Kooperationsvereinbarung mit der Wohn+Stadtbau GmbH, Babcock & Brown, Sahle Wohnen und WohnSieGer GbR soll auf alle Wohneigentümer des Projektgebietes übertragen werden. Ziele sind insbesondere- die Sicherung der langfristigen Zusammenarbeit
- die Verbesserung der Wohnverhältnisse
- der Erhalt und die Schaffung von sozial stabilen Bewohnerstrukturen in den einzelnen Wohnhäusern.
- 1.05 Nachbarschaftsstärkung, Mieterschulung
In 2008 sollen Kurse für die Mieterhaushalte z. B. im Bereich des Mietrechts einschließlich mietvertraglicher Pflichten, Nebenkosten, Renovierungsleistungen, etc. initiiert werden, insbesondere auch für Menschen mit Migrationshintergrund.
Ferner sollen Mieterstammtische eingerichtet werden, die auch der Begrüßung neuer Mieterinnen und Mietern dienen. Gesellschaftliche Treffen der Hausgemeinschaft sollen unterstützt werden, die Einrichtung von Schiedsstellen ist ebenfalls für 2008 geplant. - 1.06 Das Quartier spart Strom
Unter der Leitung des Amtes für Grünflächen und Umweltschutz werden in 2008 die Haushalte über zahlreiche Möglichkeiten des Stromsparens aufgeklärt. Bei etwa 3 Modellhaushalten soll das Einsparpotenzial in einem Versuchszeitraum von einem Jahr ermittelt werden. Die Kampagne soll mit verschiedenen Kooperationspartnern durchgeführt werden. - 1.07 Wettbewerb "Solares Kinderhaus"
Bei diesem Projekt soll ebenfalls unter der Leitung des Amtes für Grünflächen und Umweltschutz eine solarthermische Anlage zur Warmwasserbereitung beispielhaft von einem Wohnungsunternehmen errichtet werden. Über die Vorteile der Anlage sollen andere Wohnungsunternehmen informiert und ebenfalls angeregt werden, ihre Wohnungsbestände nach Bedarf entsprechend auszustatten.
Darüber hinaus errichtete in 2007 ein privater Investor eine 30 kW Solarstromanlage (Photovoltaik) auf dem Schulzentrum Kinderhaus. Die Schule erhält neben einer Anzeigetafel auch einen Datenlogger zur Übertragung der Anlagendaten in einen PC. Daten werden für Unterrichtszwecke genutzt und den Schülern wird diese Technologie frühzeitig nahe gebracht. Ferner können die Schüler im Rahmen des internationalen Projekts „SolarNet“, an dem auch das Schillergymnasium und die Paul-Gerhard-Realschule teilnehmen, ihre Erfahrungen austauschen, neue Projekte sollen dann entwickelt werden. - 1.08 Alternative Flächennutzung, baulich und sozial
Das Quartier weist aktuell Flächen auf, die kaum oder fehlgenutzt werden und gestalterisch wenig ansprechen (z. B. Parkdecks). Aufbauend auf den Inhalten der städtebaulichen und lokalwirtschaftlichen Maßnahmen im zweiten Handlungsfeld öffentlicher Raum sollen mit einzelnen Baumaßnahmen städtebaulich störende bzw. fehlgenutzte Flächen beseitigt/verändert und die Gestaltung des Quartiers verbessert werden.
Dabei sind ergänzende Wohnungstypen (z. B. freifinanziert Mietwohnungen, selbstgenutztes Wohneigentum, Wohnen für ältere Menschen,…), die die soziale Struktur innerhalb des Gebietes stabilisieren helfen, denkbar.
Je nach Lage und wirtschaftlichen Möglichkeiten können aber auch Flächen für soziale und sportliche Aktivitäten aller Bewohnerinnen und Bewohner um- oder neu gestaltet werden, z. B. für Basketball- oder Fußballfelder.
Hierzu sollen Umsetzungsstudien erfolgen und schrittweise realisiert werden, insbesondere zu folgenden Optionen:- Neugestaltung und Nutzung der Tiefgarage im Bereich der Zufahrt zur Sprickmannstraße
- bauliche Ergänzungen im Bereich Sprickmannplatz
- Ergänzendes Wohnen (z. B. neue Wohnformen) in vorhandenen Wohngebäuden oder auf Freiflächen
Die Projekte können sich teilweise noch in ihrer Umsetzung verändert darstellen. Die o. a. Beschreibungen spiegeln somit nur den aktuellen Stand wider.
Ansprechpartner:
- Rainer Leskow, Telefon 02 51/4 92-64 30, , LeskowR(at)stadt-muenster.de
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